Album: Porta Macedonia von Alexander Veljanov

Veljanov

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Tracklist

1. Der Kongress
2. Nie mehr
3. His Vita
4. We can’t turn back
5. Mein Weg
6. The new order
7. Königin aus Eis
8. Dirt
9. Lily B
10. Your house on my hill
11. Zwei vor und drei zurück


Myspace-Profil
, für zahlreiche Sample des neuen Albums.

Die Stimme von “Deine Lakaien” meldet sich wieder zurück. Allein und auf weiter, musikalischer Reise – und Veljanovs unverwechselbare, markante Stimme will uns mitnehmen auf eine Reise. Auf diese Reise, nach “Macedonia”, seiner Heimat neben Deutschland.
Auf den ersten Höreindruck und im Vergleich zum früheren Album “The Sweet Life” fällt auf: weniger Wert auf gängige Ohrwürmer, viel viel mehr Wert auf musikalische, stimmliche und instrumentale Abwechslung, die einem dennoch zu keinem Zeitpunkt fremd oder zu überladen erscheint. Porta Macedonia ist eine Reise in seine Heimat, eine Neuentdeckung, ein Abgleichen von Erinnerungen mit der Gegenwart und eine Erkundung der eigenen Existenz – das klingt nicht nur sehr persönlich, das ist, auch in Relationen zu Veljanos Bestreben nach Privatsphäre – sein mehr als gutes Recht – überaus persönlich & intim.
Eine musikalische Rückkehr in die Heimat, die er viel zu lange für die Arbeit hinten angestellt hat, der geneigte Höhrer wird auf Instrumente stoßen, die er vielleicht nicht kennen wird – aber auch das bloße Erkennen dieser exotischen Instrumente wie z.B. der Hirtenflöte Kaval stellt sich als Herausforderung dar, denn Veljanov hat mit Porta Macedonia mehr im Sinn, als bloß eine fremde Kultur in ihre typischen Klänge zu verpacken. So wie ihm die stereotypen Bilder von orientalischen Orgien zuwider sind, sind ihm auch die Bayern, auf Bierkrug und Lederhose reduziert, ein Graus – als Konsequenz erhält man ein Album, das es einem vielleicht nicht so einfach macht wie die eingängigere Musik der Lakaien oder seiner “Kracher” wie “The Sweet Life” (ein sehr eingängiges Lied für meine Ohren) macht, aber dafür ergibt sich einem die Möglichkeit, immer wieder überrascht zu werden. Spätestens beim 9. Lied “Königin aus Eis” wird auch der Letzte herausgehört haben, dass man hier ein persönliches, hoch komplexes und musikalisch anspruchsvolles Gesamtwerk vorliegen hat, das auf einer Seite sehr vertraut, auf der anderen Seite aber “weiter” klingt.
Deutsch und Englisch wird gesungen, man wandelt auf den Grenzen umher, folgt der markanten Stimme Veljanos in allerlei Ecken und Winkel seines Lebens, seiner Heimat und deren Geschichte – Porta Macedonia hebt sich positiv, sehr positiv von den bisherigen Werken ab, lässt sich nur schwer mit ihnen vergleichen und auch in Bezug auf “Deine Lakaien” steht dieses Soloalbum auf gefestigten, allein umherwandernden Beinen – eine klare Empfehlung für Menschen, die den Lakaien nicht abgeneigt sind aber vielleicht auch mal erkunden wollen, was diese Stimme hinter dem Projekt bewegt und vorantreibt, was diese Stimme auch im Alleingang bewerkstelligen kann.
Soviel ist sicher: sie weiß zu faszinieren, weiß, wie man Erinnerungen transportieren kann – ohne Bilder im Gepäck zu haben.

Erscheinungsdatum: 7. November 2008
http://www.veljanov.de/

Tags:Album, Alexander Veljanov, Avantgarde, Dark Wave, Deine Lakaien, Deutsche Musik, Englische Musik, Porta Macedonia, The Sweet Life

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